Ein Flüchtlingsdrama: Bilal, ein junger Kurde hat sich nach Frankreich durchgeschlagen und wartet an der Kanalküste auf eine Möglichkeit, nach Großbritannien zu gelangen, wo er die große Chance in Form eines Jobs bei einem Verwandten wähnt. Er lebt im “Dschungel“, dem jüngst zu zweifelhafter Bekanntschaft gelangten Areal nahe Calais, in dem jahrelang hunderte von Flüchtlingen hausten und das immer wieder zum Spielball der französischen (Anti-)Flüchtlingspolitik wurde.
Nachdem die naheliegenden Wege der Flucht an den CO2-Detektoren der französischen Grenzpolizei scheitern, schmiedet Bilal einen neuen Plan: Mit Schwimmstunden will er sich die Ausdauer aneignen, die zum Durchschwimmen des Ärmelkanals notwendig ist. Der klassische (und tragische) Held der Geschichte ist der vom großartigen Vincent Lindon verkörperte Schwimmlehrer, der vom Zyniker, der das Einkommen durch die Schwimmstunden für den Flüchtling gerne annimmt zu dessen Freund wird, der ihn verteidigt, versteckt und schließlich zum tragischen Unterstützer von dessen Plan wird.
Ein beeindruckender Film, und eine unbedingte Empfehlung.
Bundesstart ist am 4. Februar, der Film läuft im Lamm, die Nürnberger Erstaufführung aber erst im März im Filmhaus.
Gesehen auf der Filmkunstmesse Leipzig 2009.