Shahada von Burhan Qurbani
So kann man einen Film über das Zusammentreffen von westlichen Werten und islamischem Fundamentalismus auch machen:
Die Thematik von Shahada ist letztlich eine ähnliche wie die von Na Puto: Eine junge Muslima ist schwanger, treibt das Kind illegal ab und wird wegen der Schuldgefühle zur Sittenwächterin der liberalen Gemeinde, der ihr Vater als Imam vorsteht. Ein junger Moslem kriegt seine Homosexualität nicht mit der Religion unter einen Hut. Und ein Polizist hat Schuldgefühle, seit er eine Frau versehentlich angeschossen und dabei ihr ungeborenes Kind getötet hat.
Für mich der erste wirklich schwache Wettbewerbsfilm der Berlinale: Alle drei Handlungsstränge sind so krude angelegt, daß sie die meisten Tatort-Drehbücher nach hoher Filmkunst aussehen lassen. Hier wird nichts glaubhaft gemacht, sondern jeder Zwiespalt der Personen ausschließlich behauptet — und wenn die Behauptung nicht ausreichend erscheint, wird ganz groß auf die Schwulst-Tube gedrückt und das Ganze mit einem Schwall von kitschigem Musik-Bombast übergossen. Schade, das Thema wäre es wert, erzählt zu werden!
Gesehen auf der Berlinale 2010