Kinotagebuch: Metropolis

Metropolis von Fritz Lang

Der Höhepunkt des Tages: Die zweite Welturaufführung von Metropolis.
Fritz Langs bahnbrechendes Werk liegt bekanntermaßen nach dem sensationellen Fund einer kompletten Fassung in Buenes Aires erstmals nach der Premiere von 1927 in der kompletten Originalfassung vor.
Es liegt Jahre zurück, dass ich Metropolis zuletzt gesehen habe, daher kann ich wenig zum Vergleich der Fassungen sagen (nur soviel: viele der Szenen, die durch die ihren beschädigten Zustand immer noch als Teil des neuen Materials zu erkennen sind, sind doch zentral für die Handlung, vor allem der Plot um den “Schmalen”).
Metropolis ist in der neuen Fassung um so mehr ein faszinierendes Dokument der Filmgeschichte. Nicht nur ist der Aufwand unglaublich, den Lang betrieb, mit Tricktechnik am Limit dessen, was 1927 möglich war und fast 40.000 Komparsen. Es ist auch schier unfassbar, wie modern der Film auch nach mehr als 80 Jahren erscheint: Mit Suspense, dramatischen Zuspitzungen, Pathos, Hybris und Läuterung und einem romantischen Subplot arbeitet er exakt wie ein heutiger Film.
Über das zentrale Motiv des Films, die Suche nach dem Herz, das Hirn und Hände zusammenführen müsse sowie die teils fragwürdigen Subtexte des Films mag man streiten wollen. Zu Recht gilt Metropolis aber immer noch, und nach der Herstellung der Urfassung um so mehr, als einer der zentralen Filme der Geschichte.

Gesehen in der zweiten Weltpremiere auf der Berlinale 2010.

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