Kinotagebuch: Caterpillar

CaterpillarKyatapirâ von Koji Wakamatsu

Ein Film, der mich etwas ratlos zurückläßt:

Ein junger japanischer Soldat kommt schwerst verwundet aus dem zweiten Weltkrieg zurück: Er ist nicht nur taubstumm, sondern hat auch beide Arme und beide Beine verloren. Er fristet sein Leben danach einerseits als höchst verehrter Kriegsheld, wenn seine Frau ihn in Uniform und mit Orden dekoriert auf einem Wagen durch den Ort zieht, andererseits als “Raupe” (Caterpillar), die zu nichts gut ist als zum Essen und Schlafen. Auch das Mitleid seiner Frau schwindet, als sie dem weiterhin existierenden Sexualtrieb ihres Mannes überdrüssig wird — sie beginnt, sich durch psychische und physische Gewalt für die Mißhandlungen zu rächen, denen sie einst selbst von ihrem Mann ausgesetzt war.

Ein Film, der wie ich vermute in einem innerjapanischen Diskurs zur Aufarbeitung des Krieges eine wichtige Rolle erfüllt. Auch ein in seiner Drastik konsequenter und sehr guter Film — aber dennoch ein Film, dessen Zielrichtung sich einem westlichen Zuseher nicht völlig erschließt.

Gesehen in der Weltpremiere auf der Berlinale 2010

Post to Twitter

Dieser Beitrag wurde unter Kinotagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>