Kinotagebuch: This is Love

This is Love

Matthias Glasners Drama “This is Love” erreicht weder die moralische Fallhöhe des Vorgängers “Der freie Wille” noch geht Glasner mit derselben dramaturgischen Konsequenz ans Werk — leider. Ein beeindruckender Film ist Glasner dennoch gelungen: Zwei junge Deutsche befreien thailändische Kinderprostituierte und verkaufen sie in Deutschland (illegal aber moralisch hinterfüttert) an kinderlose Ehepaare. Die Grenzen zwischen Rettung und Verlängerung des Martyriums der achtjährigen Jenjira verwischen sich, und der (von Jens Albinus verkörperte) Chris gerät selbst in einen Strudel von Selbstbetrug, finanzieller Katastrophen und Ekel vor dem gemeinsamen Schaffen mit Holger (Jürgen Vogel).

Das alleine hätte als Ausgangspunkt für ein Drama ausgereicht. Schon die Rolle der schwer alkoholabhängigen Polizistin Maggie (von der von mir ansonsten wenig geschätzten Corinna Harfouch durchaus beeindruckend gespielt) schickt die Protagonisten auf eher überflüssige Umwege und bei  den vielschichtigen Konflikten zwischen Polizistin, Exmann, Kollege, Tochter etc. pp. verliert man nicht nur den Überblick sondern auch die Lust, jeder neuen Finte gedanklich zu folgen.

Wie gesagt: Immer noch ein beeindruckender, in manchen Szenen herausragend guter Film, aber auch ein allzu geschwätziger, dem ein wenig mehr Gradlinigkeit nicht geschadet hätte.

Gesehen am 27.1. im Casablanca

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