Monatsarchiv für Juni 2009
Bild der Woche (23/09)
Donnerstag, den 11. Juni 2009Bizarro Christmas
Dienstag, den 9. Juni 2009Scott Adams (ja, der von Dilbert) stellt in seinem Blog einen neuen Feiertag vor: Negative Christmas — ein Fest, zu dem man anderen nichts schenkt, sondern Freunde und Verwandte zwingen kann, sich von einem Gegenstand zu trennen, den sie bereits besitzen. Adams führt diverse Beispiele an, wie das in der Praxis aussehen mag …
Eine ein bißchen weniger radikale Version der Idee (“Wir machen andere auf die Scheußlichkeiten aufmerksam, die sich in ihrer Wohnung angesammelt haben, die sie aber selbst nicht mehr sehen — und stecken dann natürlich auch Kritik an unseren eigenen Scheußlichkeiten ein”) haben wir schon vor längerer Zeit entwickelt, allerdings bislang nicht in die Tat umgesetzt.
Das ganze funktioniert so: Man trifft sich reihum mit ein paar Leuten (die sich nicht notwendigerweise gut kennen müssen) in deren Wohnungen. Jeder bekommt eine bestimmt Anzahl von farbigen Klebepunkten, zum Beispiel fünf grüne und fünf rote. Ohne daß der jeweilige Wohnungsinhaber dabei ist, findet nun eine Wohnungsbegehung statt, nach der jeder seine Klebepunkte nach Belieben auf Gegenständen oder an Stellen in der Wohnung anbringen kann — die grünen an Dingen, die einem besonders gut gefallen, die roten an den Dingen, die besser verschwinden sollten — oder, wie Adams schreibt: ”The idea is that the unrecipient should be better off without the item you ungift”.
Ich denke, ich werde demnächst mal ein paar Leute mobilisieren, um das mal in die Tat umzusetzen. Vielleicht in gut zwei Wochen, zu Negative Christmas?
Bild der Woche (22/09)
Freitag, den 5. Juni 2009Hofer Perlen
Donnerstag, den 4. Juni 2009Zum Glück haben aktuell drei Filme den Sprung ins Kino geschafft, die bei den Hofer Filmtagen gelaufen sind. Für alle drei spreche ich hiermit eine dringende Empfehlung aus …
Bereits vorletztes Jahr lief Lenny Abrahamsons Garage: Eine wunderbare, lakonische Außenseitergeschichte, in der Hauptrolle Pat Shortt, der in Irland wohl einer der bekanntesten Fernsehkomiker ist, im Gegensatz zu sein deutschen Kollegen den Sprung ins Kino aber ohne Mißachtung jeglicher Geschmacksgrenzen absolviert. (In Nürnberg aktuell im Filmhaus.)
Einer der Höhepunkte der letzjährigen Filmtage war El Último Applauso (Der letzte Applaus), ein Dokumentarfilm über eine vor der Schließung stehende Tangobar in Buenos Aires und das Zusammentreffen einer Gruppe von ehemaligen Stars der Tangoszene mit einem jungen Tangoorchester — eine Art “Buena Vista Social Club mit Tango”, allerdings im Gegensatz dazu ohne mitgelieferte Vermarktungsstrategie und angenehm zurückhaltend inszeniert.
Der dritte Film schließlich, “Der rote Punkt” der aus Japan stammenden HFF-Absolventin Marie Miyayama, läuft leider nur sehr spärlich dosiert an — in Nürnberg offenbar derzeit nur in einer Sondervorstellung im Cinecittá am 11. Juni (von der die Cinecittá-Seite aber noch nichts weiß). Alles was man über den Film schreiben kann, klingt fürchterlich kitschig (junge Japanerin auf der Suche nach dem Ort in der bayerischen Provinz, an dem ihre Eltern umgekommen sind, Schuld-und-Sühne-Geschichte mit dem Autofahrer, der seinerzeit den Unfall verursacht hatte, bayerisch-japanischer Clash-of-Cultures etc.), der Film ist es aber nicht, sondern ein absolut bemerkenswertes (und zu Recht mit dem Hofer Förderpreis ausgezeichnetes) Werk, das man nie für einen Filmhochschulen-Abschlußfilm halten würde.




