Zum Glück haben aktuell drei Filme den Sprung ins Kino geschafft, die bei den Hofer Filmtagen gelaufen sind. Für alle drei spreche ich hiermit eine dringende Empfehlung aus …
Bereits vorletztes Jahr lief Lenny Abrahamsons Garage: Eine wunderbare, lakonische Außenseitergeschichte, in der Hauptrolle Pat Shortt, der in Irland wohl einer der bekanntesten Fernsehkomiker ist, im Gegensatz zu sein deutschen Kollegen den Sprung ins Kino aber ohne Mißachtung jeglicher Geschmacksgrenzen absolviert. (In Nürnberg aktuell im Filmhaus.)
Einer der Höhepunkte der letzjährigen Filmtage war El Último Applauso (Der letzte Applaus), ein Dokumentarfilm über eine vor der Schließung stehende Tangobar in Buenos Aires und das Zusammentreffen einer Gruppe von ehemaligen Stars der Tangoszene mit einem jungen Tangoorchester — eine Art “Buena Vista Social Club mit Tango”, allerdings im Gegensatz dazu ohne mitgelieferte Vermarktungsstrategie und angenehm zurückhaltend inszeniert.
Der dritte Film schließlich, “Der rote Punkt” der aus Japan stammenden HFF-Absolventin Marie Miyayama, läuft leider nur sehr spärlich dosiert an — in Nürnberg offenbar derzeit nur in einer Sondervorstellung im Cinecittá am 11. Juni (von der die Cinecittá-Seite aber noch nichts weiß). Alles was man über den Film schreiben kann, klingt fürchterlich kitschig (junge Japanerin auf der Suche nach dem Ort in der bayerischen Provinz, an dem ihre Eltern umgekommen sind, Schuld-und-Sühne-Geschichte mit dem Autofahrer, der seinerzeit den Unfall verursacht hatte, bayerisch-japanischer Clash-of-Cultures etc.), der Film ist es aber nicht, sondern ein absolut bemerkenswertes (und zu Recht mit dem Hofer Förderpreis ausgezeichnetes) Werk, das man nie für einen Filmhochschulen-Abschlußfilm halten würde.