Monatsarchiv für Juni 2009

For old times’ sake

Dienstag, den 30. Juni 2009
Dieser Artikel ist Teil der Serie Casablanca»

Impressionen von der Baustelle des Nürnberger Casablanca-Kinos:

Noch vor ein paar Wochen sah es so aus, als würde dieser wunderbare Ort ein trauriges Ende finden — von seinem Gründer und langjährigem Betreiber, dem Nürnberger Kino-Tycoon Wolfram Weber, jahrelang vernachlässigt, ohne Anspruch und ohne minimale Investitionen zur Abnudelstätte für Arthouseware heruntergewirtschaftet, die man im Cinecittá nicht plazieren konnte und schließlich fallengelassen.

Inzwischen zeichnet sich aber eine sehr konkrete Zukunft des Casablanca ab — als Projekt des Vereins Casa e.V., mit neuem Programm, neuer Technik, neuer Ausstattung, aber dem alten Charme des Südstadt-Hinterhofs und der Nische fernab der Kommerz-Maschinerie der Multiplexe.

Auf der heutigen Mitgliederversammlung des Vereins sagte jemand, wir seien schließlich alle im Casablanca sozialisiert worden. Das strotzt natürlich vor Pathos und Übertreibung — genau wie viele der Filme, die in 33 Jahren über die drei Leinwände des Casablanca geflimmert sind. Und eigentlich stimmt es: Die Erinnerung an die Lesung des im eigenen Schweiß fast ertrinkenden Sigi Zimmerschied im Großen Saal, an die großartige Beinfreiheit in der ersten Reihe des Saal 3 (und nur dort), an die Tischreservierungen um “halt gleich, wenn der Film aus ist” bei Anna im Vorderhaus, an den offenbar kurzsichtigen Herrn, der mit zahlreichen Plastiktüten beladen immer denselben Platz ganz vorne im großen Saal bezog, an das von Jahr zu Jahr mehr zum monochromen tendierende Dia, das sie Casablanca-Besucher zur Rücksicht für die Nachbarschaft mahnte (“Mööp, mööp”), und auch an einen von zwei Kinobesuchen in meiner umfangreichen persönlichen Kinochronik, bei denen ich den Saal vorzeitig verlassen habe (“Eine Couch in New York”, warum um Himmels willen lief so ein Müll jemals im Casablanca?), sind doch prägende Eindrücke gewesen.

Seit zwei Wochen ist der Mietvertrag mit den Eigentümern des Gebäudes in der Brosamerstraße unterschrieben. Seitdem sind Handwerker im Haus, die (finanziert von den Vermietern, die wild entschlossen sind, das Casablanca zu retten) die abenteuerliche Elektrik erneuern, die Kneipe auf Vordermann bringen und die legendär schmuddeligen Sanitäranlagen ersetzen. In einigen Tagen werden diese Arbeiten abgeschlossen sein. Danach wird der Verein damit beginnen, das Kino peu a peu neu einzurichten und wieder bespielbar zu machen. Zunächst wird nur das Kino 3 im Obergeschoss als Kinosaal zur Verfügung stehen, da nur dort der Projekter erhalten blieb.

Die Bestuhlung sowie die beiden Projektoren der unteren Säle waren durch Weber entfernt worden. Was zunächst der Todesstoß für das Kino zu sein schien, verspricht sich zur Chance zu mausern: Das neue Casablanca wird eine im Vergleich zu früher sensationell komfortable Ausstattung haben und in Saal 1 und 2 mit aktueller Digitaltechnik ausgerüstet sein.

Nach der Wiedereröffnung am 18. September kann also nur der Saal 3 als Kino bespielt werden. Die anderen Säle sollen das beherbergen, was auch später neben dem Kinobetrieb das Casablanca ausmachen soll: “Kino plus”, also kulturelle Veranstaltungen, Lesungen und Ausstellungen.

Das Kinoprogramm soll aus aktuellen und nachgespieltem Arthouse-Programm, Filmreihen und Kultfilmen bestehen. Am Anfang steht eine Erotikfilmreihe …

Das ganze sieht finanziell noch nicht so rosig aus wie diese Planungen hoffen machen. Für Renovierung, Ausstattung und neue Technik klafft eine veritable Deckungslücke. Um überleben zu können, benötigt das Kino zwei Dinge: Genügend Besucher in Kneipe und Kino. Und eine breite Basis des Vereins, die durch ihre Mitgliederbeiträge im Idealfall die Fixkosten hereinbringen sollen. Momentan hat Casa e.V. 75 Mitglieder. Um die notwendige Finanzierung der fixen Kosten zu sichern, wäre meiner Überschlagsrechnung gemäß eine fast zehnmal so große Gruppe (bzw. eine entsprechend kleiner Zahl von Fördermitgliedern) notwendig.

Daher der Aufruf: Werdet Mitglied im Verein Casa e.V.! Die normale Mitgliedschaft kostet 30 Euro pro Jahr (und ermöglicht auch noch den Eintritt zum ermäßigten Tarif). Es ist auch möglich, einen der neuen Kinositze für 199 Euro zu kaufen (oder für 49 Euro jährlich die Patenschaft zu übernehmen) — auch ein tolles Geschenk … Auch tatkräftige Unterstützung, etwa bei den Renovierungsarbeiten, wird benötigt. Vor allem in der Anfangsphase wird ein Großteil der Arbeiten von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich geleistet werden müssen.

Auf die Zukunft des aufgeblasenen Mainstream-Kinos würde ich in Zeiten von Blue-Ray und HD-Beamern nicht mehr wetten, zu gering sind die Ansprüche der popcornfressenden Multiplex-Klientel. In liebevoll gestalteten Nischen wie dem Casablanca wird das Kino aber alle Neuerungen überleben.

Das neue Casablanca im Internet: www.casablanca-nuernberg.de

P.S.: Die lokale Presse hat das Thema wohlwollend aufgegriffen

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Bild der Woche (26/09)

Montag, den 29. Juni 2009

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Halbzeit des Projekts “Bilder der Woche 2009″!

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Bild der Woche (25/09)

Dienstag, den 23. Juni 2009

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Gewitterstimmung an der Rotwardhütte in den Dolomiten

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Zwiebelfische

Montag, den 22. Juni 2009

Die Zweisprachigkeit des öffentlichen Raumes, die in Südtirol mit peinlicher Genauigkeit umgesetzt wird, zwingt die örtlichen Schildermaler zu mancherlei typographischen Kompromissen — die sich in manchen Fällen vermeiden ließen, wenn man sich nur ordentlich abspräche, in diesem Fall zwischen den Kollegen in Bozen und Tiers, die den Herren Dante und Georg diesen wechselseitigen Zwiebelfisch hätten ersparen können:

scharfes-s_1scharfes-s_2

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Pessimist

Sonntag, den 21. Juni 2009

stau

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