Oscar-Liveticker ;-)
01.51 Uhr:
Das schöne an den Pro7-Oscar-Übertragungen ist ja, daß es keine Überraschungen gibt. Ich stelle mir das so vor: Da wird jedes Jahr im Februar wieder eine große Kiste vom Dachboden geholt, in der gut geschützt, mit ein paar Mottenkugeln und so, folgende Ausstattungsgegenstände liegen:
- Eine Moderatorin, an der man ein paar Ohrringe befestigen kann, und die es schafft, zwei oder drei Moderationen abzulesen. Unter anderem ca. 10 Mal, daß “wir” (wohl ähnlich wie “wir” auch Papst sind) drei Mal Oscar-nominiert seien.
- Ein angeblicher Filmexperte, der mit bedeutungsschwerer Stimme Vorhersagen in die Kamera brabbelt und als Geheimtipps zu verkaufen, für die die Wettbüros nur Promille-Quoten anbieten — das nennt sich dann Elmar Biebl. (Ich hoffe, daß Pro7 dieses Jahr wieder die Option wählt, die Werbepausen mit Filmtrailern zu füllen, statt die Weisheiten von Herrn Biebl zu verbreiten.)
- Ein weiterer Moderator, der Sekundärstufen-Englisch spricht und deshalb zu Scott Orlin an den den roten Teppich darf. (Anke Engelke hat das vor ein paar Jahren mal witzig gemacht, Steven Gätjen ist — nun ja — Steven Gätjen.)
1:58 Uhr:
Schön, daß Martina Gedeck doch noch auf den roten Teppich durfte. Und zwar ohne ein Ekel wie Herrn Donnersmarck an ihrer Seite …
2:20 Uhr:
Monty Python’s Accountants-Song zum Einmarsch der Herren mit den Aktenkoffern, in denen die Umschläge mit den Preisträgern sind. Da hat jemand Humor.
2:28 Uhr:
“This is the last call. Take your seat now or you will not be seated until the first commercial break 25 Minutes from now.” Hihi, ich glaube nicht, daß geplant war, daß man das im Fernsehen hören kann …
2:49 Uhr:
“Beste Nebendarstellerin” an Penelope Cruz. Mein erster Nicht-Favoriten-Tipp liegt daneben. Och Mensch, Marisa Tomei hätte bestimmt ne schönere Rede gehalten.
Und böse Vorahnung: Heidi Klum ab sofort in jeder Werbepause.
Ansonsten: Bisher großartige Präsentation, Hugh Jackman macht seine Sache unerwartet gut, wenn auch sehr harmlos. Und auch die Idee, die Zuschauer direkt an die Bühne zu holen, funktioniert, ebenso wie die der Kurzlaudatios für die Schauspieler.
Hier die ziemlich witzige Eröffnung: (Leider funktioniert die Youtube-Quelle nicht mehr.)
2:57 Uhr:
1. Katastrophe verhindert: “Wall-E” nicht nur ohne Drehbuch, sondern auch ohne Drehbuch-Oscar
3:10 Uhr:
Wow, nen (Kurz-)Trickfilm-Oscar gegen Pixar zu gewinnen, ist ne Leistung. Herzlichen Glückwunsch, “La Maison en Petits Cubes”!
3:41 Uhr:
Ich will immer noch nicht “Scheiße, ich liebe Dich” als Klingelton runterladen. Und vermutlich auch nicht während der nächsten 15 Werbepausen.
3:48 Uhr:
Hallo Pro7: Schon mal die “Wir sind Oscar”-Beiträge fürs Frühstücksfernsehen vorbereiten. (Nein, nicht Baader-Meinhof, sondern “Spielzeugland” als Kurzfilm.)
4:36 Uhr:
Durchmarsch für Slumdog Millionaire!
4:38 Uhr:
Pro7: Wäre es zu viel verlangt, Eure Praktikanten noch ein bißchen mehr auszubeuten und die Untertitel Eurer Werbepausen-Trailershow anzupassen? “Wall-E — nominiert als bester Trickfilm” zwei Stunden nachdem er den Oscar schon gewonnen hat? Könnte Steven Gätjen das vielleicht machen? Der hat doch auch seit Stunden nix mehr zu tun, oder?
5:08 Uhr:
Auslands-Oscar für “Okuribito”? Huh? Ein Film, der in der IMDB ganze 145 Stimmen hat? Ist heute japanischer Abend oder was? (Habe ich Waltz with Bashir schon genug empfohlen?)
5:34 Uhr:
Oscar für die sympathischste Oscar-Rede an Kate Winslet und ihre Shampoo-Flasche!
5:40 Uhr:
Wo ist eigentlich Jack Nicholson?
5:55 Uhr:
Es ist vollbracht …
Tatsächlich ein unglaublicher Durchmarsch für Slumdog Millionaire, der bis auf den Tonschnitt alles gewonnen hat, für das er nominiert war. Und nur ein paar Trostpreise für Benjamin Button.
Hier die Auswertung unseres kleinen Tippspiels:
Der Award geht … Umschlagraschel … Knitter …. Räusper … an meinen Arbeitskollegen Peter, der von den 21 Langfilm-Oscars sensationelle 15 Richtige getippt hat und hiermit die Trophäe (in Form von der DVD von Peter Jacksons legendärem Frühwerk “Meet the Feebles”) überreicht bekommt.
Auf dem zweiten Platz ein breites Verfolgerfeld mit Kristina, Jan und meiner Wenigkeit mit jeweils 13, dahinter Andi und Änne mit 12 und Käthe mit 9 Richtigen.
Ein Sonderpreis geht an Andi, der es tatsächlich geschafft hat, außer Konkurrenz alle drei Kurzfilm-Oscars richtig zu tippen.
Peter, ich fürchte, wir müssen noch mal ein ernstes Wort miteinander reden. Um nicht zu sagen: Es wird sich entscheiden, ob wir Dich in Zukunft nur noch Slumdog Peter nennen oder ob wir nicht doch noch rausfinden, wie Du es geschafft hast, so clever zu bescheißen …