And the Oscar goes to …
Heute sind die Nominierungen für die Oscarverleihung vorgestellt worden. (Übersichtliche Fassung hier.)
Der Trend des letzten Jahres scheint sich zu bestätigen: Wieder ist kaum Popcorn-Massenware nominiert, sondern im Großen und Ganzen ausgesprochen Brauchbares: In der Regie-Kategorie tritt ein sensationelles Triumvirat aus David Fincher, Gus van Sant und Danny Boyle gegeneinander an, daneben verblassen Stephen Daldry und Ron Howard dann doch etwas. (Langweiligerweise gilt dasselbe für die Königskategorien “Best Motion Picture of the Year”: Regie und “Bester Film” sind dieses Mal absolut identisch besetzt …)
Nur die sechs Nominierungen für Wall-E schmerzen mich etwas. Ich kann die Begeisterung für diesen Film absolut nicht nachvollziehen (#37 in der IMDB-Top-250!). Das war ja alles sehr niedlich, aber insgesamt doch eine etwas dürftige Nummernrevue (vor allem, wenn man den Pixar-Vorgänger Ratatouille zum Vergleich heranzieht, der in den Top 250 übrigens auf Position 151 steht). Und dann auch noch eine Oscar-Nominierung für das Drehbuch!
Mit meiner Prognose lasse ich mir noch ein bißchen Zeit: Es sind wieder viele Filme dabei, die in Deutschland noch nicht zu sehen waren — von den fünf potentiellen “Besten Filmen” war kein einziger schon bei uns im Kino. Zum Glück läuft in den vier Wochen bis zur Verleihung am 22. Februar noch einiges an, insbesondere der sagenhafte 13 Mal nominierte The Curious Case of Benjamin Button am 29. Januar, Doubt und Frost/Nixon am 5. Februar und gerade noch rechtzeitig am 19. Februar Gus van Sants Milk. The Reader und Slumdog Millionaire kommen leider zu spät (oder man greift auf dunkle Kanäle zurück).
Ansonsten hoffe ich sehr, daß Der Baader Meinhof Komplex keine Chance gegen den überragend guten Waltz with Bashir hat (über den ich mich hier ausführlich ausgelassen habe und der mein persönlicher Film des Jahres 2008 ist). Und empfehle schon mal wärmstens den Globes-Abräumer Slumdog Millionaire (dunkle Kanäle und so …).
Eigentlich kann ja sowieso nix schiefgehen: Eine Oscar-Verleihung, bei der Herr von Donnersmarck nicht eingeladen ist, kann keine schlechte Veranstaltung weden.

