Da hat bei der Tagesschau wohl jemand den falschen Knopf zu früh gedrückt …
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Hier fast Last Minute die Oscar-Tipps. Dieses Jahr schlecbesht unterfüttert, da ich drei wichtige Filme (The King’s Speech, The Social Network und True Grit) leider nicht mehr sehen konnte. Was solls …
(Reihenfolge wie im offiziellen Ballot, ohne Shorts — alle Ergänzung während und nach der Verleihung kursiv — und rot und grün die richtigen und falschen Tipps …):
Leading Actor: Colin Firth scheint ausgemacht. Vermutlich verdient. Sympathiepunkt für Javier Bardem.
Supporting Actor: Christian Bale. Verdient.
Leading Actress: Die Darsteller-Oscars werden dieses Jahr entweder sehr langweilig oder sehr überraschend. Jedenfalls auch hier alles andere als eine Fehlentscheidung: Natalie “Suck My Dick” Portman. Mit riesigem Sympathie-Punkt für die überragende (und aussichtslose) Jennifer Lawrence in Winter’s Bone, für die die sensationelle Außenseiter-Nominierung aber Grund zum Jubeln genug sein dürfte.
Supporting Actress: Helena Bonham Carter. Auch wenn Melissa Leo unglaublich trashig-eklig-authentisch ist. Mist, hätt ich mal auf mein Gefühl gehört. Hätt ich nicht gedacht, wo zwei mal derselbe Film nominiert war …
Animated Feature: “The Illusionist” ist chancenlos, aber wenn die Oscar-Nominierung ihn zumindest in die deutschen Kinos hieven würde, wäre das schon fantastisch: Einer der schönsten Animationsfilme der letzten Jahre. Toy Story 3 wird den Preis aber natürlich holen. Aber trotzdem alle in “The Illusionist” gehen, wenn er ins Kino kommen sollte, ok?
Art Direction: Ich tippe mal, daß King’s Speech keinen Durchmarsch macht und der Preis an Inception geht.
Cinematography: Inception
Costume Design: Alice in Wonderland. Damit der zumindest einen bekommt.
Directing: Die Coens haben schon genug Oscars. Hooper ist noch nicht Oscar-reif, Russell auch nicht. Aronofsky ist nicht oscar-ish genug. Bleibt nur Fincher, der schon nominiert war, absolut in der Liga spielt und dieses Mal dran ist. Wow, noch ne echte Überraschung!
Documentary Feature: “Inside Job” oder Banksy? Banksy kriegt alle Sympathie-Sternchen, “Inside Job” aber den Oscar.
Film Editing: The Social Network
Foreign Language Film: Ich hab ja nur Biutiful gesehen, aber der Film ist ne Naturgewalt, wenn auch eine etwas esoterische Naturgewalt. Aber wär nicht das erste Mal, daß hier jemand gewinnt, den niemand auf dem Zettel hat.
Das ist nun in der Tat eine kleine Sensation …
Makeup: Keine Ahnung. The Wolfman?
Original Score: Auch keine Ahnung. The Social Network.
Original Song: Bin noch nicht mal dazu gekommen, mir die Songs anzuhören. Aber da gehen Animationsfilme irgendwie immer: We belong together aus Toy Story 3.
Sound Editing: Schlüsselkategorie. Geht an Inception, keine Frage.
Sound Mixing: Inception.
Visual Effects: Inception. Ich kann die Begeisterung ja nicht ganz nachvollziehen, aber wirklich ein Film mit einem originellen Look. Auch wenn ich Alice besser fand als allgemein üblich …
Adapted Screenplay: Ich kann ja nicht beurteilen, ob Winter’s Bone eine gute Drehbuchumsetzung ist, aber hab ich schon erwähnt, daß das ein fantastischer Film ist? Hier natürlich wieder Außenseiter, der Oscar geht an The Social Network. Und der Gag, daß Toy Story 3 ja als “based on the previous movies” nominiert war, war mir vorab ganz entgangen …
Original Screenplay: Vermutlich The King’s Speech. Mit The Kids Are All Right und Another Year zwei tolle Mit-Nominierte.
Best Picture: Sensationell: Außer Toy Story 3 ist hier kein Film dabei, bei dem dieser Oscar eine Fehlentscheidung wäre. Fast die Hälfte sind eher Independent/Arthouse (oder Hardcore-Arthouse wie Winter’s Bone — hab ich den schon genug gelobt?) The King’s Speech ist mein Tipp, ihm scheint der Oscar-Geruch vorauszuwehen.
Was heißt das? Kleiner Durchmarsch für The King’s Spech. Die Coens gehen ziemlich leer aus. Ansonsten ein bißchen Social Network, ein paar Überraschungen. Oder alles kommt ganz anders. Ich penn jetzt noch ne Runde, dann schaun wir mal …
17 von 21, nicht schlecht, oder ;-)
Dennoch: Eine ziemlich schlappe Oscarverleihung. Die Straffungen im Ablauf tun dem Ganzen zwar durchaus gut. Aber wer hatte denn die Schnapsidee, statt eines (oder einer) witzigen Hosts zwei nicht-witzige, nicht-originelle, nicht-spontane, nicht-souveräne, äh, Ansager auf die Bühne zu stellen?
Highlight: Kirk Douglas. Der Mann ist 94 und hat dennoch die witzigste Präsentation abgeliefert.
Ansonsten: Ein ausgewogenes Oscar-Jahr. Kein Film hat groß abgeräumt, selbst “The King’s Speech” hat nur 4 seiner 12 Nominierungen gewonnen, Inception 4 von 8, The Social Network 3 von 8. Kein einziger Preis für True Grit bei 10 Nominierungen ist bitter. Und: Vielleicht einige Überraschungen, aber letztlich kein Außenseiter unter den prämierten. Was natürlich letztlich dran liegt, daß das ein ungewöhnlich breit gefächertes und Independent-lastiges Jahr war — was mit Sicherheit kein schlechtes Zeichen für die Zukunft des Kinos ist.